Glaubensfragen #2.26
Schön, dass du es hierher geschafft hast!
Vielleicht hat dich beim Lesen ja eine der Fragen nicht ganz losgelassen. Oder du bist einfach neugierig geworden, was Menschen aus der Evangelischen Kirchengemeinde Haan eigentlich überDankbarkeit denken. Genau das findest du hier: ehrliche Gedanken aus dem echten Leben. Keine perfekten Antworten, sondern Perspektiven zum Weiterdenken.
Marc Bickenbach sagt:
Wofür bist du dankbar, wenn dein Alltag gerade alles andere als leicht ist?
Der Theologe und Liederdichter Paul Gerhard hat vor fast 400 Jahren ein Lied gedichtet, welches von Psalm 37,5 geleitet wird:
'Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen'.
Paul Gerhard hat seine Frau und mehrere Kinder verloren. Nur ein Sohn hat ihn überlebt. Trotzdem wusste er sich von Gott getragen und getröstet und hat das in seinem Leben und Wirken zum Ausdruck gebracht.
Für solche Vorbilder, die es auch heute noch gibt, bin ich dankbar.
Gibt es kleine Dinge im Alltag, die du viel zu selten bewusst wahrnimmst?
Natürlich. All die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten nehme ich viel zu selten bewusst wahr. Genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, freundliche Worte von Menschen aus meinem Umfeld.
Paulus schreibt an die Gemeinde in Thessaloniki: 'seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.' Diese Worte richten sich auch heute noch an mich als Christ und ermutigen mich immer wieder, Gott auch für die scheinbar kleinen Dinge dankbar zu sein.
Wem oder was schreibst du die guten Dinge in deinem Leben zu?
Im Jakobusbrief heißt es 'Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts.'
Davon bin ich überzeugt.
Und manchmal zeigt sich, dass Dinge, die ich damals für nicht gut befunden hatte, rückblickend doch gut waren.
Kann Dankbarkeit etwas verändern, auch wenn sich die Umstände selbst nicht verändern?
Dankbarkeit verändert nicht unbedingt die Situation, aber meine Sicht darauf. Auch wenn ich nicht alles sofort verstehe, hilft mir eine dankbare Haltung, die Gott mir schenkt, seine Treue in meinem Leben neu zu erkennen und inneren Frieden zu finden.
Marc Bickenbach
Presbyter
Birgit Annighöfer-Lütke sagt:
Hast du dich schon einmal gefragt:
• Wofür bist du dankbar, wenn dein Alltag gerade alles andere als leicht ist?
• Gibt es kleine Dinge im Alltag, die du viel zu selten bewusst wahrnimmst?
• Wann hast du zuletzt innegehalten und gedacht: „Wie schön, dass es das gibt“?
• Wem oder was schreibst du die guten Dinge in deinem Leben zu?
• Kann Dankbarkeit etwas verändern, auch wenn sich die Umstände selbst nicht verändern?
Oh - passt wirklich gut. Dieser Fragenkatalog von Sarah. Grad heute.
An einem dieser Tage!
Und ich merk, dass ich das wirklich vernachlässige.
Dies Kurz-mal-innehalten, vergewissern:
Wow! Wie viel an Gutem ist da um mich rum, Tag für Tag!
Kleinigkeiten am Rand der Alltage, so leicht zu übersehen,
doch so kostbar, so wohltuend.
Grad an jenen Tagen, bleischwer,
und in Nächten, die nicht enden wollen:
Der ersten Kaffee, ans Bett gebracht von meinem Mann früh am Morgen.
Der WhatsApp-Gruß meiner Mutter - der mir täglich aus der Ferne sagt, sie denkt an mich.
Lieder, von klein auf in Ohr und Herz gepflanzt, mit Melodien wie Umarmungen
und Texten voll Trost und Zuversicht.
Die kleine Glasmurmel, die im Dunkeln leuchtet und mich mit Mut anfüllt.
Augen-Blicke, die mich erinnern, wie viel an Gutem mir widerfährt,
jeden Tag, immer neu.
Grund zum Dankbarbleiben.
Auch mitten in Situationen, die schwer fallen.
Und plötzlich kann ichs fühlen: Da passiert ´was. Verändert!
Nicht die schweren Momente. Schon gar nicht die Krisen und Probleme.
Nein, mich! Meine Sicht! Mein Blick weitet sich wieder.
Und das lässt mich vielleicht ein wenig aufrechter durch den Tag gehen.
Stattet mich mit kleinen Kraftportionen aus.
Ich glaub, das nennen sie Segen.
Birgit Annighöfer-Lütke
Presbyterin & Prädikantin