Glaubensfragen #1.26
Schön, dass du es hierher geschafft hast!
Vielleicht hat dich beim Lesen ja eine der Fragen nicht ganz losgelassen. Oder du bist einfach neugierig geworden, was Menschen aus der Evangelischen Kirchengemeinde Haan eigentlich über Hoffnung, Gemeinschaft, Vergebung oder Glauben denken. Genau das findest du hier: ehrliche Gedanken aus dem echten Leben. Keine perfekten Antworten, sondern Perspektiven zum Weiterdenken.
Was bedeutet Hoffnung, wenn alles schiefläuft?
Wenn alles schiefläuft, wie man so umgangssprachlich sagt, dann ist für mich Hoffnung der Ausdruck für die Fähigkeit das sehen zu können, was nicht schiefläuft. Damit wird Hoffnung zur Basis meiner inneren Ausgeglichenheit.
Ingo Voormann
Kirchmeister
Hoffnung ist Angst die gebetet hat.
Anne Backhaus
Presbyterin
Nicht aufgeben - oft gibt es einen Sinn, den man erst später begreifen kann.
Anke Jelonek
Mitarbeiterpresbyterin
Hoffnung bedeutet zu glauben, dass Gott mich auch in schwierigen Zeiten trägt und leitet. Die Bibel ermutigt uns: ‚Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.' (1. Petrus 5, 7)
Marc Bickenbach
Presbyter
Kann man vergeben, auch wenn man verletzt wurde? Und was passiert, wenn man es nicht tut?
Vergebung ist ein Auftrag und ein Weg zur Freiheit. Verweigern wir sie, berauben wir uns selbst Gottes Vergebung und innerem Frieden.
Jesus hat das sehr deutlich gesagt: ‚Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.'
Marc Bickenbach
Presbyter
„Vergebung ist der Duft, den das Veilchen an dem Fuß hinterlässt, der es zertreten hat.“ — Mark Twain
Anne Backhaus
Presbyterin
Ich denke Vergebung ist möglich und macht den Menschen unter anderem aus. Aber Vergebung scheint dem Worte nach eine Einseitige Aktion. Ich glaube Vergeben geht nur zu zweit. Die Annahme ist essenziell. Nur so wird Vergeben zur Brücke zum anderen. Ohne Vergebung bleibt etwas zurück, das nicht einfach zu handhaben ist, weil man verpasst hat die Brücke zu schlagen.
Ingo Voormann
Kirchmeister
Ja, vergeben geht immer. Wenn das nicht klappt, entsteht Hass oder Ignoranz.
Anke Jelonek
Mitarbeiterpresbyterin
Wo spürst du Gemeinschaft im Alltag? Und wo fehlt sie?
Gemeinschaft kommt nicht von selbst - wenn sie fehlt, kann jeder zum Entstehen beitragen.
Anke Jelonek
Mitarbeiterpresbyterin
Es muss von Herzen kommen,
was auf Herzen wirken soll.“
— Johann Wolfgang von Goethe
Anne Backhaus
Presbyterin
Im Alltag spüre ich Gemeinschaft überall dort, wo ich angenommen bin, mit allem was ich kann und auch nicht kann.
Ingo Voormann
Kirchmeister
Wie oft nimmst du dir bewusst Zeit für Stille oder Nachdenken?
jeden Morgen nach dem Aufstehen, wenn die Glocken um 7 Uhr läuten und uns sagen sollen, dass auch dieser Tag von Gott begleitet wird und jeden Abend um 19 Uhr wenn die Glocken wieder läuten und uns sagen sollen, dass auch der vergangene Tag von Gott begleitet wurde....
Anne Backhaus
Presbyterin
Definitiv zu selten.
Anke Jelonek
Mitarbeiterpresbyterin
Stille und Nachdenken ist für mich essenziell. Ich denke immer wieder am Tag in der Stille. Das hat so ein bisschen die Wirkung von Reset, bietet aber auch den Raum für Kreativität und Erdung zu gleich.
Ingo Voormann
Kirchmeister
Gibt es etwas, das größer ist als dein eigener Plan? Und merkst du es manchmal?
Mein eigener Plan ist halt meiner und ich lerne gerne immer wieder, dass mein Plan nicht das Maß der Dinge ist. Ich freue mich immer über den ersten Schnee und das Chaos. Nichts geht mehr. Das zeigt mir, es liegt nicht alles in meiner Hand und eröffnet mir die Möglichkeit, demütig im Hier und Jetzt zu bleiben; der einen von Gott geschaffenen Welt.
Ingo Voormann
Kirchmeister
Ja, ich merke es, wenn ich sonntags in der Frühe am Grab meiner Eltern stehe und an sie denke und spüre, dass wir irgendwann wieder vereint sind...
Anne Backhaus
Presbyterin
Gottes Pläne übersteigen unsere Erwartungen und Vorstellungen. Die Bibel zeigt viele Beispiele von Menschen, deren Lebensweg von Gott ganz anders gestaltet wurde, als sie erwartet hätten. Auch in meinem Leben habe ich erfahren, dass Gottes Pläne oft anders sind als das, was ich mir vorgestellt habe.
‚Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.' (Jesaja 55, 8 - 10)
Marc Bickenbach
Presbyter
Ja - deutlich zu bemerken - und meistens in anderen Menschen erkennbar.
Anke Jelonek
Mitarbeiterpresbyterin